Geschichte von Bagutta

Man sieht ihm seine fast siebzig Jahre nicht an und vielleicht ist dies der Grund, warum es BAGUTTA ist und bleibt: das in seiner Art unverdorbenste Wirtshaus und Restaurant von Mailand: einfach, echt, intim, háuslich und anders; vielleicht essen deshalb dort Schriftsteller, Maler, Verleger, Modeschópfer, Mannequins, Schauspieler und Schauspielerinn- en, Sánger, Unternehmer, Dichter und Gescháftsleute aus allen Lándern der Welt, Arzte, Fotografen, Journalisten, Rechtsanwalte, Ingenieure, Politiker... Wenn wir die Namen aller derjenigen auffúhren wollten, die sich tagaus tagein in den Ráumen des Bagutta ein Stelldichein gaben oder geben, dann wiirden die Seiten dieses Búchleins nicht ausreichen. Aber warum geht man eigentlich ins Bagutta essen? Weil man in diesem Wirtshaus, in dem der erste Literaturpreis Italiens entstand (heutzutage werden in Italien alljáhrlichúber tausend dieser Preise verliehen, die jedoch alle nach dem Bagutta entstanden) gut ist, weil man sich.
Dass dort in einer in ihrer Originalitát bestechenden Umwelt befindet und zuletzt, weil man sich dort wie zuhause fuhlt es gelingt, diesen Eindruck zu vermitteln und jedem Gast das Gefúhl zu geben, dort zuhause zu sein, das ist zuletzt der gróssté Vorzug dieses im Jahre 1924 eróffneten Lokals, an dem eines Morgens der Schriftsteller Riccardo Bacchelli vorbeiging, dem die Fronde als Aushángeschild mit ihrem antiken und einfachen Reiz so gefiel, dass er dort zum Essen einkehrte. Da er zufrieden war, besuchte er das Restaurant auch weiter und brachte ab und zu seine Freunde mit, die zu Stammkunden wurden, weil man dort wirklich gut und preiswert ass. Auf diese Art und Weise wurde dieses kleine, von Alberto Pepori aus Galleno, einem Vorort von Fucecchio, eróffnete Lokal dann im Jahre 1928 zum Treffpunkt von Schriftstellern, Malern und Journalisten. Diese beschlossen eines Abends zum Scherz, iintereinander Strafen zu verhángen. Von da an mussten Nachzúgler, diejenigen, die ganz wegblieben 1990: Text und Fotos sind zur wieder oder auf das Speisen verzichteten, um beieiner Freundin zubleiben, eine Strafe zahlen.
Eines Abends sagte Orio Vergani, ein damals bereits bekannter Schriftsteller, der dann spáter sogar sehr bekannt und berúhmt werden sollte: "Nun gut, ich bezahle meine Strafe, aber warum sparen wir dieses Geld nicht und legen dann mit den Ersparnissen einen Fond fúr den Verfasser des Buches an, das uns am besten gefállt? Vergani selbst schrieb in einem Artikel, mit dem er an die Griindung des ersten italienischen Literatur preises erinnerte (und der am 15. Januar 1977 neu im Corriere d'informazione veróffentlicht wurde):"Wir holten pro Kopf hundert Lire aus der Tasche. Der Bagutta entstand auf einem grossen Porzellanteller, so wie man sie in den Wirtsháusern benutzt, die zwar nicht ganz unzerbrechlich,jedoch in den Spúlbecken nur schwer anzuschlagen sind. Nachdem so viel Zeit verstrichen ist, wáre es schóner sagen zu kónnen, dass er auf einem Blechteller entstand, so wie ihn die ambulanten Musiker zum Sammeln der Spenden benutzen. Auf diesem Teller lagen dann tausendeinhundert Lire, die den anfánglichen Fond, den ersten Spargroschen darstellten. Von da an sammelten die Baguttafreunde úber viele Jahre hinweg persónlich die Mittel..." Aber wann und wie entstand die Idee des Preises? Genau gesagt am Abend des elften November 1926. Ein weiterer bedeutender Journalist namens Paolo Monelli schrieb: "Zwischen vollen und halb leeren Glásem wurden auf einem Stúck Lebensmittelpapier die Regeln des ersten Literaturpreises Italiens niedergeschrieben. Nur einer der Preisrichter war Abstinenzler (Civiltà del bere, November 1974)".




DIE SPEISEKARTEN


Am selben Abend malte einer der Grúnder, der Maler Mario Vellani Marchi, auf der Rúckseite einer gelben Speisekarte des Lokals die Karikaturen einiger Preisrichter,wáhrend sie den Preis grúndeten. Seit damals sind wie gesagt fast siebzig Jahre verstrichen und viele der Grúnder sind verstorben, aber der Preis ist lebendig wie eh undje und es gibt unzáhlige 'Karten". Denn wenn die Baguttafreunde beschlossen, zu Ehren einer besonderen Persónlichkeit "Galadiners" zu veranstalten, wie zum Beispiel: Toscanini und De Sabata, Coppi und Wanda Osiris ... hatte Vellani Marchi die Aufgabe, die Persónlichkeiten in von allen Anwesenden unterzeichneten sinnbildlichen Speisekarten zu verewigen.

Heute sind es hundertsìebzig und sie bedecken viele Wánde der historischen kleinen Sále. Der grosse Schriftsteller Dino Buzzati skizzierte ein meisterhaftes Portrát von Mario Vellani Marchi (Modena 1985 - Mailand 1980). "Muss man denn sagen, woraus die "Menús" von Vellani Marchi bestehen? Jedes Mal, wenn ein Preis verliehen wurde oder wenn eine gefeierte Persónlichkeit am Ehrentisch des Gasthauses zu Abend ass oder man einen Schriftsteller oder einen Kúnstler fúr einen Buch, eine Ausstellung, fúr einen Theatererfolg feìerte, wurde die Gastlichkeit der Baguttafreunde elegant undsehmeichlerisch mit einer Farbzeichnung von Vellani Marchi besiegelt, die alle Anwesenden unterschrieben.. Mit unerschópflicher Fantasie gelang es diesem hervorragenden Kúnstlerjedes Mal, den"Gefeierten'in einer wirklich neuen und úberraschenden Sauce zu kochen.
Die Ahnlichkeit der abgebildeten Persónlichkeiten, die Anmut der Karikatur, der Geist, mit dem ihre spezifische Tátigkeit und Werke mit Symbolen dargestellt werden, der Farbgeschmack lassen diese kleinen Gelegenheitsbilder zu reizvollen Kunstwerken werden. Fúr Vellani Marchi war es hauptsáchlich ein Spiel. Aber aus diesem Spiel ergab sich eine ganze Galerie von Portráts, fúr die viele Sammler viele Millionen Lire bezahlen wúrden. Man kann daran die Geschichte der Literatur und der Kunst Italiens der letzten dreissig Jahre ablesen: Schriftsteller, Maler, Bildhauer, Musiker, Schau- spieler, Tánzer und Biihnenbilder, alle sind sie dabei. Angefangen von Bacchelli bis zu Ingrid Bergman. ...

Nachdem der verfúgbare Raum in dem den "Bagutta freunden" vorbehaltenen Saal erschópft war, begannen die "Menús" von Vella ni Marchi, in die Nebenráume auszuufern. Heute ist das ganze Wirtshaus damit reizvolldekoriert. Der Eingang ist frei. Wer sie noch nicht kennt, sollte sie sich an Ort und Stelle ansehen. Es wird sich dabeì zeigen, wie auch im Herzen einer Stadt des Handels und der Industrie Freundschaft, Solidaritát, Intelligenz und der Geist einer kleinen Kúnstlergruppe einen Brauch von freundlicher, vornehmer und ehrlicher Kultur aufrecht erhalten kónnen" (Corr. Inf vom 17. Márz 1956). Die gelungene Serie der Speisekarten wurde von Maestro Arrigo Pedrollo nach der Auffúhrung seiner Oper "Delìtto e Castigo" (Scala, Nov. 1926) eróffnet.

Von ganz besonderer Bedeutung waren die Abende zu Ehren von Riccardo Bacchelli anlásslich des Erscheinens seines Romans "Il Diavolo a Pontelungo",der Vergani zur Feier der Veróffentlichung von zwei Biichern mit nur wenigen Tachung von zwei Biichern mit nur wenigen Tagen Abstand gewidmete Abend, als "Le sostegen Abstand gewidmete Abend, als "Le soste del capogiro" und "Fantocci del carosello im mobile" erschienen, sowie der Abend fúr Ugo Ojetti, den damaligen Direktor des "Corriere della Sera". Bei solchen Anlássen versammelten sich um die Tische des Bagutta die gróssten Vertreter der Literatur, der Kúnste und des Joumalismus und zwar nicht nur von Mailand, sondern von ganz Italien. So wurde Bagutta im Laufe der Jahre zum Synonym von Kunst, Kultur und Literatur, die wie man heute sagt, auch bei Tisch serviert werden... In der Luft kommt ausser den Dúften der Kúche auch der Wohlgeruch der Poesie dazu. Das ist wahrscheinlich: in eìner schmackhaften Speise oder in einem gut zubereiteten Gericht findet man immer etwas davon. Auf alle Fálle atmet man in diesem Wirtshaus die Luft der Literatur mit allen ihren Ein schránkungen, aber auch ohne jegliche Táuschung. Die Tatsache, dass zum Beispiel die Jury niemals ihre Vollmachten an Dritte delegiert hat, so wie es zahlreiche Preise im Namen der Demokratie getan haben,was dann dazu fúhrt, dass Werke nach Gelegenheitskriterien beurteilt werden, die nichts mit dem eigentlichenWert der teilnehmenden Búcher zu tun hat, ist ein weiterer Vertrauensfaktor des Bagutta. Im Bereich der Kultur vertraut man dem Geschmack der Preisrichter, das heisst den der Jury angehórenden, - Schriftstellern, Kritikem, Malern und Journalisten, so wie man bei Tisch den Peporis traut. Dieser nazionale, aber auch sehr stark stádtische Preis bedient sich nicht grandiosa oder aussergewóhnlicher Búhnenbilder wie "der Campiello" (Dogenpalast in Venedig) oder "der Strega" (Villa des Nympháums in Valle Giulia in Rom). Er wìrd zwischen den Tischen in einer Pause an Arbeitstagen in einem sehr einfachen Rahmen verliehen. Daher besteht er schon seit so vielen Jahren und láuft nach Umschiffung der ßoje des halben Jahrhunderts und der sechzig Jahre immer weiter.


DER PREIS


Seit 1927 wird der "Baguttapreis" alljáhrlichverliehen. Nur in den Jahren 1937 bis 1947 musste ausgesetzt werden. Natiirlich ent- standen danach viele andere Preise. Heute gibt es in Italien 1.200 Literaturpreise, die alle aus und nach dem Bagutta entstanden. Dieser im Winter und nicht im Sommer verliehene aristokratische Preisbesitztkeine Presseabteilung, keine Ausschreibungen, Ausschlússe von Literatur- arten und schon gar keine Regeln. Der Bagutta wurde an Essays, Romane, Erzáhlungen, Gedichte, Memoiren und auch an eine Sammlung von Ubersetzungen verliehen. Es ist der einzige Preis, der sich dem Druck der Verleger entzogen hat und noch heute lebt, weil er einfach und extravagant ist und nicht von den "Insidern" mit Beschlag belegt wird.

Er besitzt nicbt einmal eine komplizierte Wahlmaschine. Wir wiederholen, dass er nur Einfachheit besitzt. Die von allen Journalisten, die sich im Laufe der Jahre mit ihm befasst haben, bervorgebobene und gelobte Einfachheit ist wirklich die wertvollste Eigenschaft des "mitten im Winter' verliehenen Bagutta - schrieb der Journalist Giulio Nascimbeni - wenn es in Mailand nebelig ist und schneit und die kleine Parallelstrasse zur Via Montenapoleone schnell von den Gespenstern von Panzini bis Pirandello, bis Baldini, bis Marotta uni vielen anderen berúhmten und weniger berúhmten Leuten heimgesucht wird, die im Laufe der Zeit dort unter den geistreichen Zeichnungen von Mario Vellani Marchi zu Abend gegessen haben"
(Corr. Inf. 15-1-1977). Und dann ist der "Bagutta" ewig jung. Alláhrlich wird seine Verleihung von der gesamten italienischen und ganz besonders von der Mailánder Presse verfolgt. In "La Notte", "Il Giorno", "Il Corriere" und "Il Giornale Nuovo" wird sehr viel vom "Bagutta" berichtet. Dies gereicht insbesondere den Preisrichtern zur Ehre, die diesen Preis am Leben halten und ihn jedes Jahr mit spannungsgeladener und vitaler Ungewissheit prásentieren.


DA 5.000 A 100.000 A...

Die Hóhe des Preises war seit jeher sehr unterschiedlich. Im Jahre 1927 betrug sie fúnftausend Lire. In der Nachkriegszeit erhielten die Bagutta-Preistráger hunderttausend. Auch heute bewegt sich der Preis in dieser Hóhe, plus 5 Millionen Lire "Teuerungszulage" sowie eine Plakette des "Banco Lariano". Hinzu kommt, dass die Erben des Industriellen Giovanni Falck seit 1977 als sehr geschátzte Massnahme allen Bibliotheken der Lombardei, von Friaul, des julischen Venetiens und der Region, in der der Sieger geboren ist, eine Kopie des Buches des Preistrágers liefern. Der viele Jahre nach dem "Goncourt" und dem "Foemina" - die in Paris seit 1903 beziehungsweise 1904 verliehen werden - entstandene Bagutta bringt dem Verfasser grosses Prestige und fórdert den Verkauf seiner Biicher beachtlich. Eben so, wie es die Griinder beabsichtigten; so dúrfen wir auch nicht vergessen, dass sie untereinander eine Sammlung organisierten, um Angioletti die ersten fuenftausend Lire geben zukónnen. Dreitausendneunhundert wurden von Alberto Pepori gestiftet und die restlichen eintausendeinhundert (pro Kopf hun- dert Lire: Nicodemi hatte kein Geld in der Tasche und bezahlte am Tag darauf) wurden von den elf gezahlt, die bestimmt nicht ahnten, dass der Bagutta ein halbes Jahrhundert spáter noch am Leben, vital und so jung wie eh und je sein sollte. Auch dies ist ein Verdìenst der Preisrichter.

 

DIE PREISRICHTER

Seit der Grúndungbis heute bat es zahlreiche Preisrichter gegeben. Die ersten waren Riccardo Bacchelli (der mit Zuruf zum "Prásidenten auf Lebzeiten" ernannt wurde), Mario Alessandrini, Luigi Bonelli, Adolfo Franci, Paolo Monelli, Antonio Nicodemi, Antonio Scarpa, Ottavio Steffenini, Mario Vellani Marchi, Antonio Veretti und Orio Vergani im Amt eines "Oberrichters". Seit diesem weit zurúckliegenden elften November 1926 sind viele Jahre verstrichen, aber die kleine Gruppe derPreisrichter hat den Geist, mit dem der Preis ins Leben gerufen wurde, unversehrt úbemommen, obwohl dìe meisten Grúndungsmitglieder nicht mehr leben. Die Aufgabe eines Bagutta- Preisrichters war nie einfach; dies beweist die Tatsache, dass diese im Laufe derjahre manchmal aufgrund anderweitiger Verpflìchtungen ihr Amt "abtraten", zurneist jedoch aufgrund von Meinungsverschiedenheiten, Polemiken und literariscben Streitigkeiten. Selbst der "Prásident auf Lebzeiten", Bacchelli, trat irgend- wann einmal von seínem Amt zurúck und blieb Bagutta mehrere Jahre lang fem. Es braucht nicbt betont zu werden, dass ein jeglicher Rúcktritt immer das Zeichen einer Krise war, wovon der Bagutta im Laufe seines fast siebzigjáhrigen Bestehens sicher nicbt verschont blieb. Der Preis erlebte seine schwerste Krise als plótzlich Orio Vergani ausschied. Das war im April 1960. Damals dacbten zahlreiche Preisrichter an den Rúcktritt wábrend verschiedene Zeitungen schrieben, dass es ohne diesen "Oberrichter" keinen Preis und kein Bagutta mehr geben kónne. Diese These war eher von Mutlosigkeit als von einer objektiven. Untersuchung der Situation geprágt. Nach einer Reihe von Gespráchen und Treffen entschieden dann die am Abend des neunten April 1960 um den alten Tisch versammelten Preisrichter einstimmig, dass alles "wie frúher" weiterlaufen sollte. Zum Vorsitzenden "pro tempore' wurde G. Titta Rosa ernannt und am darauffolgenden 12. Mai wurde der fúnfundzwanzigste Preis verliehen, der erste nachdem Vergani ausgefallen war. Im darauffolgenden Jahr úbernahm Bacchelli auf einstimmige Aufforderung der Jury und auf Wunsch des neu ernannten Preisrichters Guido Vergani wieder den Vorsitz. Jahre spáter trat er sein Amt an Giansiro Ferrata und danach an Mario Soldati ab.



DIE ERSTEN JAHRE

Keiner beschrieb die erste Zeit des "Bagutta"und des Wirts hauses besser als Orio Vergani. Wir geben einen weiteren Auszug aus dem bereits historisch gewordenen, am 15. Januar 77 im Corriere d'informazione neu ver- óffentlichten Stúckes wieder: "Cber viele Jahre hinweg sammelten die Baguttafreunde persónlich die Mittel und im Falle des "Giorno del Giudizio" von G.B. Angioletti, dem ersten Preistráger, druckten sie auch den Band auf eigene Kosten. Sie verkauften seltene Búcher, Autogramme, Bilder und Zeichnungen. Bei den Bagutta-Versteigerungen machte man bei einem Glas Chianti ausgezeichnete Gescháfte. Eines Abends erwarb ein bekannter Kuehen-Hersteller ein Aquarell von Amedeo Modigliani fúr 750 Lire. Ein anderes Mal wurden Kiisse des Atlantikúberfliegers Arturo Ferrarin verkauft,die durchschnittlich mitje 25-30 Liren gehandelt wurden. Ein unbekanntes Mádchen bezahlte fúr einen Kuss auf die Stirn hundert Lire und verschwand gleich danach. Spáter stellte sich beraus, dass sie Gast einer Heilanstalt war und an dem Tage Ausgang hatte... Man kónnte sagen, dass der Rest unserer kleinen Geschichte bereits in die Chronik des italienischen Literaturlebens gehórt. Keine der alten Pariser Abendgesellschaften konnte auf ein so langes Leben zurúckblicken als sie sìch in der Closerie des Lillas, in der Coupole, im Café du Dóme oder in der Zeit des Existenzialismus im Café de Flore und in der Brasserie Lipp versammelten. Dies ist wahrscheinlich darauf zuriickzufúhren, dass Bagutta zwar fast alle der gróssten italienischen Schriftsteller um seinen Tìsch versammelt hatte, jedoch nie eine Literaturschule war und nìemals eine bestimmte Tendenz einfúh- ren oder dem Publikum einen besonderen Geschmack oder Meister aufzwingen wollte. Dies ermóglichte ein langjáhriges Einvernehmen derer,die zum Beispiel den Preis in einem Jahr dem "Rondisten" Cardarelli und im Jahr darauf dem Journalisten Silvio Negro verliehen. Die lesenden Preisrichter achteten auf nìchts anderes als auf die gute Qualitát der Buecher. Die grossen Besiegten des Bagutta, der es sich herausnahm, Schriftsteller wie Palazzeschi (dem Gadda vorgezogen wurde), Moretti und Stuparich"durchfallen" zu lassen, wussten, dass die Gegenstim- men aus einer freien und freundschaftlichen Diskussion stammten. Wir wollen nicht als "Garibaldiner" der Literaturpreise verstanden werden... Es genúgt uns, wenn man weiss, dass unsere Absichten im Laufe aller Jahre stets selbstlos waren: wirhaben an den Tischen des alten Wirtshauses nur deshalb geschrien, geschrieben und geredet, um alljáhrlich eine neue Sympathie und eine neue Leistung mit einem kleinen Preis wúrdigen zu kónnen".


HISTORISCHES LOKAL UND MUSEUM

Bagutta ist nicht nur ein Wirtshaus oder einberúhmtes Restaurant, sondern ein kleines Museum "sui generis". Als man vor ein paarJahren aus verschiedenen Grúnden (diee Hausbesitzer wollten die Ráume anderweitig nutzen) die Schliessung befúrchtete, empórten sich alle Zeitungen (voran "Il Giornale" von Indro Montanelli), Zeitschriften, Radio und Fernsehen und erklárten, es sei "ein Zentrum von vorwiegend historisch-kulturellem Interesse". Diese Anerkennungerfolgt spáter, und zwar am 20. Dezember 1989 mit Erlass 961 des Ministeriums fúr Kulturgiiter, das mit Bezug auf den Erlass vom 5. Mai 1982 das hervorragende Interesse des Gebáudes anerkannte, "weil sich darin ein Restaurant befindet, das ein Bezugspunkt der Mailánder wie der nationalen und internationalen Kultur istund mit seiner traditionellen toskanischen Kúche die Universalitát von italienischen und auslándischen Kúnstlern und Literaten verschmilzt, weil dort eine Reihe von Werken, Zeichnungen, Fresken, bedeutenden Skulpturen aufbewahrt wird, weil dort die Jury des Bagutta- Literaturpreises tagt, weil der Preis im Laufe von mehreren Jahren von den gróssten italienischen Schriftstellern gewonnen wurde".
Unter Berúcksichtigung der Artikel 1, 2, 3, 5, 7 und 1 1 des Gesetzes 1. Juni 1939, Nr. 1089 wurde entschieden, "das besondere Interesse des antiken Lokals namens Ristorante Bagutta anzuerkennen und es folglich all den Schutzmassnahmen zu unterwerfen, die im Gesetz vorgesehen sind. Im Grossen und Ganzen war das Bagutta sich seitjeher seìnes Status eines historischen Lokals bewusst. Es erfuhr "offiziell" davon als im Jahre 1984 in Paris eine Ausstellung der represántativsten Lokale Italiens veranstaltet wurde. Bei die- ser Gelegenheit erfuhr es, dass es sich in der Gesellschaft des Savini und des Camparino in Mailand, des Florian in Venedig (zu dessen Kunden Byron, Foscolo, Gozzi, Parini und Mann gehórten), des Baldi in Genua (Garibaldi trank dort sein letztes Glas als er sich zum Feldzug der Tausende einschiffte, der den Súden erneut mit Italien vereìnigen sollte), des Danieli, der Colomba in Venedig, des Caffé Greco in Rom und des 'Charleston Mazzara" in Palermo, des Margherita von Viareggio, des Pedrocchi in Padua und noch einiger anderer. Diese Rolle eines exzellenten Lokals oder, wie viele Zeitungen schrieben, einer 'Blume am Ynopfloch einer Stadt wie Mailand', hat vielleicht die vornehm herzliche und gleichzeitig lássige Einfaehheit seiner Gastfreundlichkeit akzentuiert. Nachdem dies vorausgeschickt ist, kann man sich vorstellen, was fúr ein guter Zeuge und Verfasser ich bin, wenn ich mit Bewunderung, mit grossem und erfreuten Erstaunen sage, dass der Bagutta- Literaturpreis trotz seines Erfolges das Wirtshaus Bagutta nicht verdrángt hat, nicht verdrángt und nicht verdrángen wird...

DIE MALER DES BAGUTTA

Bagutta ist nicht nur ein Bezugspunkt fúr Schriftsteller und Literaten oder Verleger, sondern auch fúr viele Maler und im allgemeìnen fúr die zeitgenóssische italienische Malerei. Ein Beweis dafúr war im Jahre 1978 eine Ausstellung der "Maler des Bagutta" in Villa Simes, in der frúheren Prunkvilla Contarini in Piazzola del Brenta. Wie viele Kritikerbemerkten, warenausaltersgrúndennur noch weníge der Grúndungsmitglieder vertreten, wáhrend ihr Geist noch sehr lebendig war. Diese Bagutta-Maler der "Schule von Burano", wo sie entweder mit Pio Semeghini oder im Hause des "Franziskanermalers von Sternenund Wasser", Umberto Moggiòli, lange Monate der Stille und der Arbeit in Gesellschaft ihrer Schriftstellerfreunde wie Diego Valeri und Giovanni Comisso verbrachten, hatten nicht nur die táglichen oder zwei-bis dreimal wóchentlichen geselligen Abendessen dem kleinen venetianischen Dorf oder in Mailand (Bagutta) oder die Entdeckung und das Malen von Burano oder die Anbindung des Nebels der lombardischen Hauptstadt an das Grau der Lagune gemeinsam, sondern ganz besonders das Festhalten von absoluten Momenten des Glúcks, der Wahrheit und der Kunst in ein und derselben Atmospháre. Ihre Namen? Es sind viele. Dazu gehóren Steffenini, Bucci, Barbieri, Labò, Arata, Monti, Salietti, Tallone, Enzo Morelli, Novello, Vellani Marchi, Palazzi, Leonardo Borgese, Gigiotti Zanini, Colognese, Vagnetti, Semeghini, Spilimbergo, Cavallet, Lilloni und viele andere mehr, die in dem "Geist von Bagutta' vereint waren, der viele hochsensible und antikonformistische Kúnstler fest miteinander verband und noch verbindet, die fáhig waren, sich von allen "Ismen" und von allen Modetendenzen fernzuhalten. Es ist nicht leicht, sich selbst in der absolutesten Einfachheit treu zu bleiben. So etwas kommt einem jedoch stets teuer zu stehen.


DIE PEPORIS

Dieses Erbe war stets den Inhabern vorbehalten. In einem Interview in der Gazzetta Ticinese von Lugano (11. November 79) fasste Enzo, der álteste der Gebrúder Pepori, die Ursprúnge des Lokals folgendermassen zusammen: "Es war ein bescheidenes Haus... es kehrten dort Maurer und andere Handwerker ein. In der Kúche stand unsere Mutter, die ganz ausgezeichnet kochte, wáhrend wir alle bedienten... Diese kleinen Ráume mit ihren niedrigen Decken waren immer voller Rauch. Aber eines Tages kam Bacchelli und damit ánderte sich alles". Das stimmte wirklich. Der Verfasser des Interviews fúgt e hinzu, die Peporis seien sich stets dessen bewusst gewesen, dass ihr Lokal ohne die freundschaftlichen Besuche von Schriftstellern, Malern und Journalisten niemals so berúhmt geworden wáre. Alle hatten diese mittellosen Kúnstlerjedoch recbt lieb gewonnen. Als das Wirtshaus im Jahre'36 von der Nummer 4 in die Nummer 14 umzog und die Peporis ihre Malerfreunde baten, die Wánde mit Fresken zu versehen, waren Vellani, Novello, Steffenini, Palazzi und Morelli sofort einverstanden. Und als De Chirico, Casorati, Soffici und andere in Mailand vorbeikamen, hinterliessen auch sie ein Gedenkzeichen. In spáteren Zeiten kamen Bilder von Minguzzi, Spilimbergo, Brotto, Cesetti, Calvani, Egitto, Vernizzi (Vater und Sohn) binzu. Manzi und Luciano Francesconi hinterliessen mehr als nur eine Spur.


TABET

In den Jahren, in denen Vellani Marchi ausfiel, bescháftigte sich der populárste, bescheidenste und sympathischste italienische IllustratorTabet, der Schópfer des unvergess- lichen und wunderschónen Plakats von Rossella O'Hara, mit den Speisekarten. Viele Gáste des Lokals fragen nach diesem Maler bezaubernder Portráts und bestaunen ihn von weitem, wáhrend er zuabend isst oderim "Kúnstlersaal" diskutiert. Er kommt háufig in Begleitung des Bagutta Preisrichters Luciano Francesconi, der gleichzeitig ein eigenwilliger und genialer Kúnstler und fúr seine regelmássig im "Corriere della Sera" erscheinenden Zeichnungen bekannt ist. Der Kúnstlersaal mit seinem langen rechteckigen 'fisch ist der von allen Sálen am meisten bestaunte und am háufigsten kommentierte. . An den Gala-Abenden sitzt der gefeierte Kiinstler in der Mitte dieses Tisches: zwischen Malern, Schriftstellern, Verlegern, Sángern und Freunden.




Dieser Artikel, die Tischordnung und die Reproduktion, der beruehmten Postkarte von Vellani Marchi erschienen im " Corriere della Sera" am 4 Maerz 1984 unter dem Titel " Politik und Finanz gemeinsam bei Tisch ". Das aussergewoehnliche Abenddessen im Wirtshaus der Kuenstler und der Literaten". Der vAnlass war das vom Voesitzenden des Industrie-verbandes organisierte "Treffen zum Thema Zukunftquot.

A ospitare il rarissimo incontro conviviale di tante
personalità alla guida del Paese, è stato - per un curioso gioco di contrasti - proprio il ristorante meno "politico" e più votato invece al fasti dell'arte e della letteratura: appunto, il Bagutta. Curioso, In ogni modo, anche il fatto che Il noto locale dove ci si incontra alla milanese, si mangia alla toscana e si paga alla romana abbia avuto finora per Insegna un altro genere di "cenacolo", che riportiamo qui sotto nella celebre illustrazione "La tavolata- giuria" che nel 1927 diede vita al premio Bagutta era composta da (nell'ordine, da sinistra nella cartolina): Vellani Marchi, Steffenini, Alessandrini, Monelli, Vergani, Bacchelli, Franci, Bonelli Scarpa, Veretti, Niccodemi. Undici in tutto, anche se disposti a imitazione del dipinto leonardesco. La disposizione dei personaggi che componevano la grande tavolata con Pertini non è facile da spiegare, né da identificare.

L'unico nucleo che si stacca nettamente è quello centrale del lato addossato al muro, composto dal presidente Pertini, al centro, con il cardinale Martini alla destra e il ministro Andreotti alla sinistra. Altre "terne " si possono individuare, ma non abbastanza nitide da non poter essere ricostruite con criterio diverso. Di fronte a Pertini, per esempio, c'era Craxi con Merloni a Martini alla destra e Agnelli a sinistra. Ma, se prendiamo come centro Spadolini, abbiamo Tognoli alla sua destra e Merloni alla sua sinistra. L'incontro a tavola, com'era inevitabile, è stato dominato dall'incontenibile spirito di Pertini. Una delle sue battute iniziali, per la verità, è sembrata intrisa di un risentimento espresso dal presidente nella mattinata riguardo alla produzione della celebre cartolina di scarsa presenza di giovani al convegno della Confindustria. La riferiamo perchè , in chiave di facezié, ripropone il desiderio di Pertini, che venga data ai giovani ampia facoltà di partecipazione. Appena entrato in Bagutta, appena salutati i superstiti fratelli Pepori, Mario e Adriano titolari del locale, Pertini spiega a Merloni - che gli è venuto incontro - il motivo del suo ritardo: Sono andato in Galleria, a prendere l'aperitivo con una bella francesina.. E Merloni: "Lasciando qui me con i politici Pertini, a mezza voce: " Tutti bei giovanotti...".

Luciano Visintin

UNA VOCE

Questo ristorante noto in tutto il mondo é, fatto raro, anche una 'voce' di moltissimi dizionari ed enciclopedie. Alfredo Panzini nel suo celebre "Dizionario Moderno" lo definì così: "Premio fondato nel 1927 da giornalisti ed artisti per aiutare il parto di geni giovanili". Obiettiva e distaccata invece la definizione datane dal "Dizionario Enciclopedico Treccani" e dal "Lessico Universale Italiano" edito nel 1969 dalla stessa Fondazione Treccani. A pag. 546 del suo secondo volume si legge:"Trattoria di Milano, ritrovo di artisti, scrittori, giornalisti, molto nota per l' omonimo premio letterario - il primo istituito in Italia - che dal 1927 viene annualmente assegnato a una opera di scrittore italiano contemporaneo da una giuria composta dai più noti frequentatori.

DIE DISKRETESTEN

Die scheuesten, diskretesten und zurueck- haltendesten aller Bagutta bevólkernden Persónlichkeiten sind die Peporis, die Erben Albertos, der von den Freunden scherzhaft Pepori 1. genannt wird. Das ist zwar scherzhaft gemeint, ist aber gleichzeitig nicht unzutreffend.Ohne Zweifel schuf er ein Restaurant und grúndete eine Dynastie, die wie er selbsteinfach, freundlich, zurueckhaltend und selbstwusst ist. Alberto war ein liebenswúrdiger, ausgeglichener Mann, der streng mit seinen Sóhnen und voll von aussergewóhnlicher Tatkraft und Menschlichkeit war. Seine als "Sora Giulia" bekannte Frau war eine strahlende und freundliche Person. Sie folgte ihrem Mann im Jahre 1956, nachdem sie iiber dreissig Jahre ihres Lebens am Kúchenherd gestanden hatte. Der mit dem Restaurant erworbene Ruhm hatte sie nicht von ihrer Arbeit abgelenkt. Wie ihr Mann batte sie schnell geahnt, was diese mit und nach Bacchelli gekommenen jungen Kiinstler mit ihren Gespráchen iiber Kunst, Journalismus, Malerei, Bildhauerei bedeuteten. "Es war eine laute und redselige Gesellschaft, die viel ass und wenig bezahlen wollte" schríeb Orio Vergani zur Erinnerung an Sora Giulia an deren Todestag.
(3. August 1956) im Corriere d'informazione.

"Die in diesem Loch an Gáste wie die Marktleute von San Babila, den Blumenhándler von San Babila, der nach vielen Jahren dort immer noch treu seine Rosen, Gladiolen und Pflrsichzweige im Schatten der alten Sáule verkauft, und die ersten Taxi- fahrer gewóhnte Sora Pepori und ihr Mann hatten Verstándnis dafúr, dass die Fermente dieser Brigade obskurerjunger Mánner Entgegenkommen und Achtung verdìenten. Und sie wusste auch, dass Bacchelli, der bereits in Bologna das Restaurant "Pappagallo" entdeckt hatte, recht viel von Kúche und Essen verstand. Vor ihren Augen war díe halbe Geschichte der italienischen Literatur vorbeigezogen, vor ihr, der Sora Giulia, die halb Mutter und halb áltere Schwester und immer bereit war, den Armen ihre Schulden zu erlassen, wáhrend sie nie gewillt war, Eingebildeten zu schmeicheln. Schóne Frauen, berúhmte Schauspielerinnen, Schauspieler und Schriftsteller, Emma Grammatica und Lucia Bosè als junges Mádchen, die Lollobrigida, damals noch eine unbekannte Jugendliche, Ingrid Bergman mit dem Gesicht einer schwedischen Studentin, Marinetti und Carlo CarràLilla Brignone und Diana Torrieri. Marta Abba und Vera Vergani, Renato Simoni und Giorgio Strehler, Felice Casorati und Giorgio De Chirico, Luigi Pirandello, Dario Niccodemi, Giovanni Papini, Ardengo Soffici, lldebrando Pizzetti, Renato Simoni... alle waren sie an ihrem Tisch zu Gast gewesen. Eine gute Frau, die alle wie ihre Kinder behandelte, die alle ihre treuen Gáste gleich lieb batte, ob sie erfolgreich waren oder nicht... Gute Nacht, Sora Giulia... Sie hatte eine grosse Famille von eigenen Kindern und eine andere Farnilie von Tausenden und Abertausenden von Baguttafreunden aufge-Baguttafreunden aufgezogen...".. lhr áltester Sohn (sie batte sechs Kinder: Natale, Enzo, Italo, Adriano, Mario, Felicita) wurde Pepori 11. Natale wurde von einer aussergewóhnlichen Frau unterstiitzt, die an die Stelle der "Sora Giulia" trat. Sie steht noch heute in der Kúche, bereitet ihre Gerichte zu und beaufsichtigt mehrere Teile des Betriebes (im Jahre 1984 wurde ihr der "Ambrogino d'Oro" verliehen, die hóchste Auszeichnung, mit der die Gemeinde Mailand ihre arbeitsamsten Kinder oder besser gesagt, diejenigen ehrt, die zur Grósse der Mailánder Metropole beigetragen haben). Auch Enzo, noch ein ganz besonderer Pepori mit einer Schwáche fúr Malerei und Pferde, ein sympathischer Mann, der nach seiner Ernennung zum Ritter der Arbeit von Mario Vellani Marchi auf einer seiner berúhmten Speisekarten verewigt wurde, h at sein Leben lang hart gearbeitet. Heute wird das Lokal von "Pepori III" gefúhrt; eigentlich sind es zwei, Adriano und Mario, die es vorgezogen haben, ihr Leben ihrem geliebten Lokal zu widmen, tatt ihre Staatsexamen in Medizin und Pharmazeutik zu nutzen, damit das schóne und aussergewóhnliche Márchen von Bagutta weitergesponnen werden kann. Es wird dort auch leidenschaftlìch Scopone (mitvier aufgedeckten Karten) gespielt; denn Adriano und Mario sind passionierte Kartenspieler. Meistens spielen sie am spáten Nach- mittag oder abends, nach dreiundzwanzig Uhr. Mit ihnen spielen háufig Mario Soldati und wenige andere Auserwáhlte, darunter die Journalisten Antonio Dini und Corrado Pizzinelli, der dieses Búchlein erdacht, geschrieben und zusammengestellt hat.

Corrado Pizzinelli



(english) - (italiano)




" (The Restaurant)" Il Ristorante // Trattoria